Am 31. Januar 2012 endet die Dienstzeit von unserem Bürgermeister, Herrn Detlef Albrecht. Aus persönlichen Gründen trat er nicht mehr zur Bürgermeisterwahl am 09.10.2011 an.
20 Jahre, davon 15 Jahre als Bürgermeister und 5 Jahre als Bauamtsleiter, waren seine Gelegenheit, sich für die fundamentale Umwandlung von Schkopau einzusetzen.
Als Leiter des Bauamtes in Schkopau ab Juni 1991 wurden von ihm bereits bedeutende Schritte für die Zukunft mit eingeleitet und realisiert: Übernahme des Kindergartens in Gemeindeeigentum, Umzug des Kindergartens, Neugestaltung des bisherigen Kindergartens in ein neues Rathaus, Umzug der Verwaltung in das neue Rathaus nach dem Verkauf des Schlosses.
Gleichzeitig begann die entscheidende Phase für die Schaffung der Einheitsgemeinde Schkopau.
Bereits in 1994 wurde die Verwaltungsgemeinschaft SAALE-ELSTER-AUE unter der Leitung von Bürgermeister Werner mit den Gemeinden Burgliebenau, Ermlitz, Korbetha, Raßnitz, Röglitz und Schkopau gegründet.
Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Herrn Werner übernahm Herr Albrecht am 1. Februar 1996 das Bürgermeisteramt der Gemeinde Schkopau und damit gleichzeitig den Vorsitz der Verwaltungsgemeinschaft. Weit vorausschauend starteten die Maßnahmen zur Bildung einer Einheitsgemeinde. Für ihn gab es keine andere Alternative für den Zeitpunkt, an dem die Verwaltungsgemeinschaften in Sachsen-Anhalt einmal wegfallen würden. Die folgende Zeit war geprägt durch Auseinandersetzungen mit der Stadt Halle (Übernahme der Gemeinde Korbetha) und mit dem Saalkreis (Herauslösung der drei Aue-Gemeinden Lochau, Döllnitz und Hohenweiden).
Am 1. August 2004 erfolgte nach Abschluss aller von Herrn Albrecht eingeleiteten Verhandlungen die Gründung der Einheitsgemeinde Schkopau mit den drei weiteren Gemeinden aus dem Saalkreis. Knapendorf und Luppenau schlossen sich 2005, Wallendorf 2010 an.
Herr Albrecht ist damit als Vater der Einheitsgemeinde Schkopau zu bezeichnen. Seine große Leistung besteht darin, aus 12 unterschiedlich strukturierten, historisch selbstständig gewachsenen und im Lebensumfeld unterschiedlich ausgestatteten Dörfern eine Einheit mit einem funktionierenden Zentrum in der Mitte und mit weitestmöglich eigenständig bewahrten Ortsteilen realisiert zu haben. Mit seiner Fachkompetenz, mit seiner ausgleichenden Persönlichkeit und mit seiner Toleranz gegenüber Andersdenkenden hat er es erreicht, dass die Einheitsgemeinde Schkopau nahezu bei allen Einwohnern ein positives Echo hat. Letztlich hat sich in allen Ortsteilen die Ausgangssituation von Kindergärten, Schulen, Horten, Feuerwehren, Straßen, Wegen, Plätzen, der Pflege von individuellem Brauchtum, der Unterstützung der Vereine und der Kultur und der Arbeit in den Jugend- und in den Altenzentren wesentlich verbessert. Darüber hinaus wurde von ihm das Interesse für Historie, Denkmale und das künstlerische Umfeld unserer Ortsteile maßgeblich mit beeinflusst.
Die Zusammenarbeit des Bürgermeisters Albrecht mit dem höchsten Gremium der Gemeinde, dem Gemeinderat, erfolgte jederzeit auf einem erwähnenswert sachlichen und nur der Gemeinde dienenden Niveau. Auseinandersetzungen wurden immer im Sinne der Sache und nicht mit Berücksichtigung von Einzelpersonen oder -interessen beendet.
Die Zusammenfassung der Verwaltungen aus unterschiedlichsten Strukturen war eine bisher nie dagewesene Herausforderung, die heute aber weitgehend mit Erfolg abgeschlossen ist; seinem Nachfolger jedoch auch noch Spielraum für weitere Entwicklungsmöglichkeiten gibt.
Herr Albrecht hat die ihm in 1991 gegebene Gelegenheit - Schkopau zu entwickeln - außerordentlich erfolgreich genutzt. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung.
Wilfried Hans J. Eckl
Vorsitzender des Gemeinderates