Wochenblatt des Bürgermeisters Nr. 4

Datumsbezug: 17.04.2020

Wochenblatt des Bürgermeisters in Zeiten des Coronavirus
Nr. 4 vom 17.04.2020


Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,
nachdem wir nun die Osterfeiertage unter gänzlich anderen Bedingungen verlebt haben, gibt es seit dieser Woche erste Entscheidungen der Bundes- und Landespolitik zur Lockerung der strengen Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung. Wie kompliziert und schwierig diese Entscheidungen und deren Umsetzung sind, können wir alle den kontroversen Berichten und Gesprächen aus den Medien entnehmen. Dabei sind die jüngsten Meldungen von möglicherweise wieder steigenden Infektionszahlen in Deutschland ein sicheres Indiz für das hohe Maß an Unsicherheit. Es ist eben ein erster vorsichtiger Versuch auf dem notwendigen Weg zur Normalisierung unseres Alltages.
In den vergangenen Tagen habe ich mich besonders um den Kontakt zu den mobilen Pflegediensten und den beiden Pflege- und Betreuungseinrichtungen in Lochau und Schkopau bemüht. Noch vor wenigen Tagen war die Situation für die Mitarbeiter dieser so wichtigen Einrichtungen sehr angespannt. Zu der besonderen psychischen Belastung durch die besonderen Umstände in diesen Zeiten kamen zusätzliche Sorgen. So gab es große Schwierigkeiten bei der Versorgung dieser Pflegeeinrichtungen mit dem notwendigen Pflege- und Hygienematerialien. Selbst so einfache Dinge wie Einmalhandschuhe wurden zum logistischen Problem. Zum Glück kann ich nach meinen letzten Gesprächen berichten, dass die Versorgung mit diesen notwendigen Utensilien mittlerweile durch das Gesundheitsamt des Landkreises erfolgte. Hoffentlich bleiben die Mitarbeiter zukünftig von solchen zusätzlichen Stresssituationen verschont. Der Pflegealltag ist Herausforderung genug. An dieser Stelle danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen. Sie leisten unter diesen schwierigen Bedingungen Großartiges und verdienen unsere Hochachtung. Bei meinem Besuch im Pflegeheim im Ortsteil Schkopau oder bei den mobilen Pflegediensten in Hohenweiden und Ermlitz habe ich ganz viel Optimismus und Zuversicht erleben dürfen. Mittlerweile war es sogar so, dass die Heimleitung des Schkopauer Pflegeheimes mir Hilfe bei der Versorgung mit selbstgenähten Mund-Nasen-Masken angeboten hat. Dort haben Mitarbeiterinnen aus der Not eine Tugend gemacht und selbst zur Nähmaschine gegriffen. Außerdem berichtete mir die Heimleitung von einer Osterüberraschung des ortsansässigen Kindergartens.
Selbst Tage später war die Freude und Dankbarkeit der Bewohner und der Mitarbeiter ein eindrückliches Erlebnis. Eine stille Partnerschaft zweier Einrichtungen in einem Ortsteil, ganz ohne Pressearbeit und viel Aufhebens.
Hilfe erfuhr ich auch an anderer Stelle. Bei meinem Bestreben die zeitweiligen Engpässe im Pflege- und Medizinbereich zu lindern, wurde ich von mehreren Firmen unserer Gemeinde unterstützt. So war es zum Beispiel für den Firmenchef der Firma Hotopp aus Döllnitz selbstverständlich seine beruflichen Kontakte zu nutzen, um mir bei der Beschaffung von Einmalhandschuhen zu helfen. Die Niederlassungsleiter von SUEZ und Trinseo aus dem ValuePark haben mir darüber hinaus Schutzmasken übergeben. Darunter waren sogar einige der sehr begehrten FFP2-Masken. So war es mir möglich, zwei Arztpraxen und eine Physiotherapie zu unterstützen. Sicherlich werden wir mittel- und langfristig den neuen hygienischen Anforderungen nur gerecht, wenn wir auch diesbezüglich sichere Lieferketten haben. Doch momentan ist es eine sehr dankbare Erfahrung, dass sich ansässige Firmen unserer Gemeinde und der Region verpflichtet fühlen. Oder mit den Worten des Niederlassungsleiters von SUEZ, Herrn Dr. Kanefke: "Nur gemeinsam werden wir das gut durchstehen können. Wir erwarten am Montag eine neue Lieferung. Davon werden wir wieder gerne etwas zur Verfügung stellen." Dies sind schlicht tolle Momente.
Der neuen Verordnung unserer Landesregierung können wir entnehmen, dass unsere Kindertageseinrichtungen und Grundschulen auch weiterhin nur für eine Notbetreuung zur Verfügung stehen. Lediglich die Sekundarschule in Schkopau wird wohl demnächst mit dem Abschlussjahrgang den Unterricht aufnehmen. Wollen wir hoffen, dass dies alles der Anfang einer neuen positiven Entwicklung ist und die Infektionszahlen nicht wieder steigen. Mit Zuversicht treffen wir auch innerhalb der Verwaltung Vorbereitungen, um den zukünftigen regulären Publikumsverkehr für Bürger und Mitarbeiter sicher zu gestalten.
Zurzeit haben wir in unserer Einheitsgemeinde 12 Betroffene, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind. 16 Mitbürger befinden sich in Quarantäne. Allen Betroffenen sende ich die besten Genesungswünsche.
Wie immer im Wochenblatt, die wichtigen Telefonnummern.
Die Servicenummer des Gesundheitsamtes des Landkreises in Merseburg lautet 03461 40-2727. Hier werden Sie von Montag bis Freitag zwischen 08:00 - 18:00 Uhr und am Wochenende von 10:00 - 14:00 Uhr zu allen Fragen zum Coronavirus beraten. Und zusätzlich die Nummer der Gemeindehilfe Schkopau. Unter der Telefonnummer 0151 422 618 71 erhalten Sie Hilfe und Unterstützung. Melden Sie sich.
Haben Sie eine gute und gesunde Woche!




Ihr Bürgermeister
T. Ringling

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