Wochenblatt des Bürgermeisters Nr. 7

Wochenblatt des Bürgermeisters in Zeiten des Coronavirus
Nr. 7 vom 19.05.2020

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,
in den kommenden zwei Wochen stehen mit Himmelfahrt und Pfingsten für viele verlängerte Wochenenden vor der Tür. Und trotz mancherlei Lockerungen in den vergangenen Tagen, werden wir auch diese Feiertage nicht wie gewohnt verleben können. Speckkuchen in Wegwitz oder andere ausgelassene Feste in großer Gemeinschaft sind nicht oder nur eingeschränkt möglich. Hier werden wir wohl manchmal eher in Erinnerungen der vergangenen Jahre schwelgen und in bescheideneren und kleineren Runden hoffentlich schöne Stunden verleben. Zum Glück werden ja doch die ersten Gaststättenbesuche möglich sein und ein weiteres Stück Normalität zurückgewonnen.
Auch in anderen Bereichen des Lebens bekommen wir langsam ein Gefühl dafür, wie langwierig der Übergang zum Normalbetrieb sein wird. Noch immer sind wir in unseren Schulen und Kindertageseinrichtungen von einem gewohnten und oft sehnsüchtig erwarteten Alltag weit entfernt. Und die Aussicht auf einen Übergang "von der erweiterten Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb" in Kindertageseinrichtungen wirft schon jetzt neue Fragen hinsichtlich der Umsetzbarkeit auf. Hier genügt ein Blick in die benachbarten Bundesländer. Ähnliche Erfahrungen sammeln sicher viele von Ihnen darüber hinaus am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Gut wer einem Sport frönt, der auch im Freien praktiziert werden kann. Wie kompliziert die aktuelle Situation im täglichen Leben ist, sehe ich zurzeit bei unseren Freiwilligen Feuerwehren. Sie hoffen nun schon seit geraumer Zeit auf den Beginn von Ausbildungseinheiten und notwendigen Übungen. Doch mehr als Dienste zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereithaft der technischen Anlagen und Fahrzeuge sind bisher noch nicht möglich, selbstverständlich immer unter Einhaltung der bekannten Hygienevorschriften. Der Landkreis erarbeitet derzeit in Abstimmung mit den Kommunen ein Konzept zur Wiederaufnahme regelmäßiger Dienste. Ich setze mich für eine baldige positive Entscheidung ein. Doch auch hier kommt es letztlich auf die Vorschriften zur Durchführung von Diensten an. Sie sollten neben dem zentralen Gedanken des Gesundheitsschutzes auch den realen Gegebenheiten und praktikablen Abläufen gerecht werden. Einheitliche Standards sind notwendig und sinnvoll, um nicht einen Wettbewerb um die lockersten Rahmenbedingungen für den Feuerwehrdienst zu entfachen. Nach heutigem Wissensstand bleibt es vorerst bei der Beibehaltung der Begrenzung der Teilnehmerzahl (5+1 Regelung).
Gerade die Erfahrungen aus dem Bereich der Schulen und Kindertagesstätten sollten hier Beachtung finden. Manche praxisferne Regelung hat den Alltag in den letzten Wochen in unseren Einrichtungen sehr schwierig gestaltet. Und einige Regelungen waren und sind schlicht nicht (vollständig) umsetzbar. Hier gibt es nicht nur organisatorische Grenzen, sondern auch Hürden der Akzeptanz und Folgebereitschaft. Besser etwas mehr Zeit für die Entscheidungsfindung lassen, von den Erfahrungen anderer Bundesländer lernen und diese nutzen.
Innerhalb unserer Einheitsgemeinde gab es zwischenzeitlich weitere Sitzungen politischer Gremien. Der Ermlitzer Ortschaftsrat und der Gemeinderat haben Sitzungen absolviert. Letztere fand wie angekündigt in der Sporthalle im Ortsteil Schkopau statt. Inhaltliche Schwerpunkte dieser Sitzung waren der Beschluss zum Haushalt und erste Erkenntnisse über die Auswirkungen der Coronakrise. Der Haushaltsbeschluss war notwendig, da unser Verfahren zur schriftlichen Abstimmung beanstandet wurde. Letztlich bot diese Zusammenkunft auch die gute Gelegenheit auf die gänzlich veränderten Rahmenbedingungen zum Haushalt hinzuweisen. Die Verwaltung wird sich in den kommenden Wochen verstärkt mit dem Ausmaß der finanziellen Auswirkungen beschäftigen. Wichtiger Knackpunkt in diesem Prozess ist die Ermittlung des zu erwartenden Gewerbesteueraufkommens. Wir wissen schon jetzt, dass es hier einen massiven Rückgang bereits in diesem Jahr geben wird und bemühen uns schnellstmöglich um genaue und belastbare Daten. Relativ wirtschafts- und finanzstarke Kommunen wie Schkopau haben hier sehr schnell mit den direkten Auswirkungen wirtschaftlicher Einbrüche zu tun. Dies unterscheidet die Situation unserer Einheitsgemeinde von einigen anderen benachbarten Kommunen deutlich. Insoweit werden wir in dieser Phase unseren eigenen Weg gehen müssen.
Die Gemeindestatistik hat sich seit dem letzten Wochenblatt sehr verbessert. Stand heute sind nur noch 2 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 13 Mitbürger befinden sich derzeit in Quarantäne. Allen gute Besserung!
Hier noch die wichtigen Telefonnummern.
Die Servicenummer des Gesundheitsamtes des Landkreises in Merseburg lautet 03461 40-2727. Hier werden Sie von Montag bis Freitag zwischen 08:00 - 16:00 Uhr zu allen Fragen zum Coronavirus beraten. Eine Beratung am Wochenende wird zurzeit nicht mehr angeboten. Die Nummer der Gemeindehilfe Schkopau lautet 0151 422 618 71. Hier erhalten Sie täglich Hilfe und Unterstützung von 08:00 - 20:00 Uhr. Diese Telefonnummer ist nur für Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu nutzen.
Das nächste Wochenblatt erscheint am 29. Mai 2020.
Haben Sie bis dahin eine gute und gesunde Zeit.


Ihr Bürgermeister
T. Ringling

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